Empathie und Konfliktlösung mit jungen Menschen

03.05.2025 von Virginia Rusch

Virginia nutzte Ting als Katalysator um mehr Empathie an Schulen zu vermitteln.

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Du hast eine Weiterentwicklung geplant: Worum ging es da genau?

Meine ursprüngliche Idee war es, Schulen anzufragen und dort Kurse für Empathie und Konfliktlösung zu halten. Über die vergangenen 6 Monate hat sich diese Ursprungsidee konkretisiert, respektive auseinanderdividiert: Einerseits durfte ich in Zusammenarbeit mit der Empathie Stadt Erfahrungen im Kursgeben sammeln. Das Erleben in dieser Rolle war und ist ein wichtiger Entwicklungsschritt für mich. Ich weiss jetzt, wie es ist, vor einer Gruppe von über 30 Menschen einen Kurs zu halten sowie, was es (für mich persönlich und für die Teilnehmenden) für die Vor- und Nachbereitung braucht und könnte Schulen mit mehr Erfahrung und somit Mut und Überzeugung anfragen. Andererseits bin ich nun Teil eines Pilotprojekts an der Schule Hürstholz in Zürich, wo wir beobachten, wie mit Konflikten umgegangen wird (mit dem Leitgedanken, das Wissen anzuzapfen, das bei den Beteiligten schon da ist). Die letzten Monate haben mir aufgezeigt, dass ich achtsam damit umgehen möchte, was der jeweilige Bedarf ist. Es kann Sinn machen, gewaltfreie Kommunikation an Schulen zu vermitteln – und es ist ebenfalls interessant, das Augenmerk auf das bestehende Knowhow im Umgang mit Konflikten zu richten und dieses zu fördern und zu stärken. Ich nehme mit, dass ich die Herangehensweise für weitere Zusammenarbeiten dialogisch gestalten möchte. Das entspricht in der Methodik meiner Idee von Empathie und fühlt sich daher sehr bestärkend und stimmig an.

Weshalb ist dir dieses Thema wichtig?

Wir leben in krisengeschüttelten Zeiten. Der soziale Kit ist durch Bubblebildungen im Zuge der Digitalisierung meines Erachtens in grosser Gefahr. Ich finde die Arbeit an Schulen, wo Kinder mit völlig diversen sozialen Hintergründen einen Grossteil ihrer Zeit verbringen, daher ganz besonders wichtig, um den Umgang mit Konflikten zu bewältigen. Zudem sind junge Menschen unsere Zukunft. Diese Arbeit ist in diesem Sinne also auch eine Präventionsmassnahme.

💡 Auch eine Geschäftsidee, aber noch unsicher wegen der Finanzierung? 

 

Erfahre wie Ting dir helfen kann und wie es funktioniert.

Wo siehst du den Mehrwert für die Gesellschaft?

An allen Ecken und Enden! Schon nur von Ting zu erzählen, regt einen neuen Diskurs im Umgang mit Geld an. Und Empathie und Konfliktlösung sind als Themen omnipräsent und universal wichtig. Mir ist in den vergangenen 6 Monaten auch klarer geworden, wo ich in diesem breiten Feld wirken möchte und erachte auch das als Mehrwert.

Was hat sich durch Ting verändert?

Ich konnte mich ein halbes Jahr lang voll auf das fokussieren, was mir als Lernerfahrung (hauptsächlich im Wirken und Klarwerden meines Purposes) wichtig war. Diese Erfahrung ist mit grosser Dankbarkeit verbunden. Ich spüre aber auch Wut und Orientierungslosigkeit über den gängigen Umgang mit Geld. Ich möchte nicht wieder in eine Arbeitswelt zurück, die stur Zeitaufwand mit Geld entschädigt und sich so selten die Frage nach Sinnhaftigkeit gefallen lässt. In diesem Sinne hat sich vor allem verändert, dass ich mir dazu (Lebens-)Alternativen überlegen möchte.

Geld von Fremden: Wie fühlt sich das an?

Übers Gesamte gesehen tatsächlich etwas komisch. Einerseits schön und unkompliziert: Getragen sein von wildfremden Menschen, verbunden lediglich durch die Idee, dass es Sinn macht, gewisse Lebensphasen mit Community-Geld zu überbrücken. Andererseits ist es für mich auch sehr anonym. Mittlerweile gefällt mir der Gedanke, Menschen, die ich kenne, an meinem Wirken teilhaben zu lassen – möglicherweise auch in Form von ihrer finanzieller Unterstützung an mich.

Ting - kurz erklärt

 

Wir bauen mit monatlichen Beiträgen ein gemeinsames Vermögen auf, das allen Mitgliedern transparent und in Form eines zeitlich begrenzten Einkommens zur Verfügung steht. So entsteht Zeit für Innovationen, Kreatives und Neuorientierung. Wir schaffen Chancen und gestalten Zukunft. #tingting

 

Mehr Infos

Angenommen, du würdest wieder Geld beziehen. Was würdest du wieder so machen?

Ich würde mich wieder riesig freuen :)! Und ich würde mir wieder das Starter Kit zu Herzen nehmen, um eine konkretere Idee für die nächsten Monate zu bekommen. Ich würde mich ausserdem genauso wieder darauf verlassen, einen anderen Pfad zu wählen, wenn mir das Leben einen solchen weist (also nicht stur am Vorhaben festhalten).

Sonst noch was?

Danke, habt ihr das möglich gemacht! Kommt gerne auf mich zu, falls ihr Fragen habt. Und auch gerne, falls ihr Synergien nutzen oder mich unterstützen möchtet. Oder auch, wenn ihr an Schulen arbeitet oder Schulen kennt, die Interesse haben könnten an einer dialogischen Zusammenarbeit zum Thema Empathie und Konflikte.

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